Atlantik 11

14. Tag auf See
Position: 35 Grad 07 min Nord und 43 Grad 11 min West noch 730 sm bis nach Horta auf Faial

1700 sm liegen nun schon in unserem Kielwasser, eigentlich ist es jetzt ja nicht mehr weit bis zu den Azoren. Ja so verschiebt sich halt der Betrachtungswinkel wenn es um Entfernungen geht. Noch eine knappe Woche dann sollte es geschafft sein und wir können endlich mal mehr als ca. 3 Stunden am Stück schlafen. Der fehlende Schlaf wird aber meist über Tag nachgeholt wenn ohnehin midestens einer im Cockpit sitzt.

Momentan pflügen wir halbwinds unter Genacker mit gut 6 kn durchs tief blaue Atlantikwasser. Die Dünung aus Nordwest ist mit 3 bis 4 Metern zwar noch recht hoch, aber die Windsee hat sich beruhigt und damit auch die Schiffsbewegungen. Vorletzte Nacht war es noch so heftig, dass wir auf unserem Kurs mit achterlichem Wind einige Male den Großbaum durchs Wasser gezogen haben. Bei 6 bis 7 kn Fahrt gibt es dann ziemlich heftige Erschütterungen im Rigg. In der Nacht war dann ein deutliches i-i-i zu hören neben der Bordwand zu hören. Wir hatten Delphinbesuch. Die grün phosphorizierende Bugwelle der Meeressäuger war in der stock finsteren Nacht gut auszumachen. Täglich können wir auch möwenartige Meeresvögel beobachten obwohl das nächste Land über 1500 km entfernt ist.
Portugisische Galeeren kommen uns auch täglich hart am Wind segelnd entgegen. Das sind Quallen die eine Art Segel ausgebildet haben und so die Ozeane überqueren.
Die Achterkoje ist übrigens wieder halbwegs trocken, jedenfalls wird sie von uns momentan trocken geschlafen. Beim Angeln hatten wir kein Glück mehr, eigentlich hatte auch keiner Lust darauf einen Fisch zu verarbeiten, die Schiffsbewegungen waren einfach zu heftig. Aber wir werden es heute mal mit einem anderen Köder versuchen.

Ab morgen wird uns der Wind für 2 Tage auf die Nase wehen hoffentlich nur schwach, so dass wir dieseln können.

Bis übermorgen seid lieb gegrüßt von der Taras-Crew