Atlantik 12

16. Tag auf See
Position: 36 Grad 03 min Nord und 37 Grad 09 min West noch 460 sm bis nach Horta auf Faial

Taras meldet sich wieder mal vom Atlantik. Leider war ein Server bei der Firma Iridium defekt, so dass wie weder Mails versenden, noch empfangen konnten. Somit gabs für uns auch keine aktuelle Wettervorhersage in Form von Grib-Daten. Natürlich fliel dieser Server genau dann aus, als ich eine längere Ersatzteilliste nach Deutschland senden wollte. Seit ein paar Tagen macht uns nämlich die Umwälzpumpe für das Frischkühlwasser vom Motor(Primärkreislauf) Sorgen. Auf der Suche nach einem quitschenden Geräusch haben wir einen Lagerschaden an selbiger diagnostizieren müssen. Wir hoffen das uns die Maschine trotzdem noch bis nach Horta bringt, denn Wind ist zur Zeit Mangelware und das bisschen was noch weht kommt von vorn. Mein Anruf bei Volvo Penta in Hamburg brachte auch keine Erheiterung. Volvo Penta MD 21 B, dafür haben wir keine Teile mehr für die Pumpe, zu alt die Maschine. Wir werden sehen wie es weiter geht.
Kugellager werden schon zu kriegen sein. Hauptsache die ganze Pumpe gibt den Geist nicht auf.
Einen Tag konnten wir 9 Stunden Genacker segeln. WIr liefen bis zu 8 kn und hatten trotz Regen eine Menge Spaß. Nach dem Regen musste das Tuch auch noch trocken gesegelt werden und so brachte der Tag uns gut voran.
Viel Wind baut natürlich auch eine hohe Welle auf und so stampften wir bald wieder hoch am Wind durch rauhe See. Essen wir datürlich trotzdem gekocht. Es sollte Kartoffelbrei geben. Also nahmen wir unseren großen Topf und füllten ihn mit 1 Liter Atlantikwasser (das spart das
Salz) 1 Liter Frischwasser, 0,5 Liter Milch und einen Esslöffel Butter.
Das ganze wird auf dem halbkardanisch aufgehängten Herd zum kochen gebracht. Ein besonders tiefes Wellental war da leider anderer Meinung.
Der große Topf hüpfte über die Topfhalter und ehe jemand zugreifen konnte verschwand er mit lautem Getöse zwischen Herd und Bordwand. Kurz darauf lief uns das oben beschriebene Gemisch über den Salonboden und verschwand in der Bilge. Ich kippt gleich darauf noch ein paar Liter Trinkwasser hinter den Herd um wenigstens die größte Schweinerei abfließen zu lassen. Zum Glück hatten wir den Teppichboden schon vorher entsorgt. Der 2. Versuch gelang uns schließlich und es wurde ein ganz brauchbares Gericht.
Zur Entschädigung zeigte sich so 30 bis 40 Meter vom Schiff entfernt ein riesiger Potwal und schickte seinen Blas in den blauen Atlantikhimmel.
Auch Delphine bekommen wir jetzt oft zu sehen und je mehr wir winken und an den Bootsrupf klopfen, desso länger bleiben sie.
Die Nächte werden in des immer kälter. Selbst Lutz und Otti, die ja den harten Winter in unserer kalten Heimat miterleben durften, ziehen so langsam alles an was der Seesack hergibt. Tagsüber kann man im Windschutz aber angenehm in der Sonne liegen.
Heute (21.5.) gibt es nun das letzte selbstgebackene Brot, wird Zeit das wir ankommen. Es sind jetzt noch 460 sm. Ohne Wind und mit defekter Maschine können die sich aber auch strecken.

Es grüßt euch eure Taras-Crew