Atlantik 13

18. Tag auf See
Position: 37 Grad 18 min Nord und 34 Grad 03 min West noch 180 sm bis nach Lajes do Flores auf der Insel Flores

Nach 3 Tagen Sendepause kann ich nun wieder von Bord der Taras berichten.
Bei Iridium gab es wohl ein Serverproblem und sowas scheint auch bei den Amerikanern etwas zu dauern.
Wer die Kopfzeilen aufmerksam gelesen hat, hat gemerkt, dass wir unser Reiseziel etwas geändert haben. Der Grund ist das Azorenhoch durch das wir seit 2 Tagen dieseln. Es ist umfangreicher als erwartet und vor allem ist es stationär. So mussten wir mit unserem Dieselvorrat anfangen zu rechnen und gehen legen sicherheitshalber einen Zwischenstop auf der westlichsten der Azoreninseln ein. Ganz nebenbei soll es auch eine der grünsten und schönsten Inseln sein. Wir sparen damit ca. 80 sm und das kann bei unseren langsam knapp werdenden Dieselvorräten ausschlaggebend sein. Zum Glück hatte ich 450 Liter an Bord genommen, sonst wären wir wohl schon stehen geblieben. Der Motor dreht mit nur 1500 Umdrehungen und das schont zumindest auch die defekten Lager der Umwälzpumpe.
Wir haben heute Entenmuscheln (5 cm lang) nicht vom Rumpf sondern von einem vorbei treibendem Fender gepflückt. Sollen ja gut schmecken, in Spanien werden sie als Delikatesse verkauft. Also rein in den Topf kurz mit Salzwasser und Gewürzen aufgekocht und auf den Tisch. Otti hat schon beim pflücken den Verzehr strickt abgelehnt. Lutz und ich gönnten uns ein Glas kalten Weißwein und eine Scheibe selbstgebackenes Brot dazu. Es roch wirklich verführerisch. Leider schmeckte es nicht annährnd so wie es roch. Nach einigen Versuchen blieb es dann doch beim Brot.

Alles in allem gibt es eine ganze Menge Leben hier im und auf dem endlosen Atlantik. Gester paddelte eine kleine Wasserschidkröte am Schiff vorbei wir haben immer noch 3000m Wassertiefe und fragen uns wovon sie wohl leben wird. Zu Untgersuchungszwecken haben wir sie mit dem Käscher eingefangen und ein paar schöne Fotos gemacht. Auch von ein paar lästigen Entenmuscheln haben wir sie befreit, bevor sie wieder strampelnd dem Meer übergeben wurde.

Seit 2 Stunden haben wir zm Motor noch den Genacker gesetzt, wir haben nämlich halben Wind (von der Seite) allerdings nur 3 bis 5 kn und so haben wir wenigstens noch das Gefühl des Segelns. Ausserdem dämpft das 95 qm große Tuch erheblich die Rollbewegungen.

Die nächste Meldung kommt, wenn alles hält von den Azoren!

 

>Es grüßt euch eure Taras-Crew