Atlantik 18

9. Tag auf See
Position: 49 Grad 36 min Nord, 11 Grad 01 min West noch 150 sm bis nach Irland

1100 Seemeilen liegen seit den Azoren in unserem Kielwasser. Irland ist in greifbare Nähe gerückt, wollen wir hoffen, dass es so bleibt.
Momentan laufen wir jedenfalls mit 5-6 kn direkt aufs Ziel zu. Wenn alles klappt passieren wir morgen früh den legendären Fastnet-Rock und haben dann noch ca. 40 sm bis zm ersten möglichen Hafen. Dann wird auch die drittlängste Ozeanpassage dieser Reise geschafft sein.
Eigentlich liegt für unser Seegebiet eine Starkwindwarnung vor, momentan haben wir aber nur um die 20 kn Wind aus NW und segeln im Sonnenschein.
Heute Nachmittag soll der Wind aber wieder zulegen und nach Nord drehen, so dass wir sicherlich noch ein paar Kreuzschläge machen müssen.
Aber da wir ohnehin seit einer Woche hoch am Wind segeln wird sich also nicht wirklich viel ändern. Übrigens segeln wir seit 9 Tagen auf Backbord-Bug und haben damit seit den Azoren noch keine Wende gemacht.
Heute morgen haben wir das sog. Festlandschelf passiert, dort geht die Wassertiefe von über 1000 auf unter 200 Meter zurück. Damit haben wir auch den Blauwasserbereich verlassen und tatsächlich ist aus dem Atlantikblau ein dunkles Grün geworden.
Christoph angelt immer noch wie ein Weltmeister, aber auch immer noch ohne Erfolg. Gestern haben sich die Albatrosse über den Köder hergemacht. Zum Glück bist keiner von ihnen dran hängen geblieben.

Das Top-Ereignis gestern war eine warme Frischwasserdusche im Cockpit für die gesamte Crew. Was für ein Luxus! Ausserdem wurde Brot gebacken.
Gleich wieder 3 Backmischungen auf einmal damit es sich lohnt. Das Segeln hier draußen macht halt hungrig. Trotzdem hat keiner von uns bisher zugenommen. Dazu sind wir einfach zuviel in Bewegung.

Es grüßt euch eure Taras-Crew