Bericht 3

Kiel Holtenau, 19.6.2009

Der erste und kleinste Abschnitt unserer Reise ist geschafft! Die Ostsee liegt hinter uns. Mit Ruth und Horst sind wir in 3 Tagen von Barhöft nach Kiel gesegelt. Das wir  dabei vorwiegend Westwind hatten machte die Sache nicht einfacher.
Am Montag ging es von Barhöft nach Klintholm bei West 5-6 Bf und entsprechender Welle. Ruth war mit ihren 76 Jahren zum ersten mal in ihrem Leben so richtig seekrank. Mir tat das natürlich sehr leid und ich durfte mich wiedermal als Pützausleerer und Taschentuchreicher betätigen. Zum Glück übernahm der neue Autopilot seinen Job hervorragend so dass ich mich nicht noch ums steuern kümmern musste. Horst hielt sich mit seinen 81 Jahren wacker, war nach  40 sm und 7 Stunden auf See aber auch ziemlich geschafft.
Am Tag darauf ging es bei immer noch W-NW Winden von 5-6 Bf wieder zurück an die Deutsche Küste nach Kühlungsborn. Die 56 sm wickelten wir in kurzen 8 Stunden ab. Erstaunt waren wir über unsere Durchschnittsgeschwindigkeit von 7 kn und das trotz Festpropeller und heftiger Zuladung. Für Kühlungsborn versprach ich dann den alten Herrschaften einen segelfreien Tag und Erholungspause für die restlichen Meilen bis nach Kiel. Leider trieben uns  das Wetter und mein Freund  Lutz (per Telefon) zur Eile. Für Donnerstag und Freitag waren wieder starke westliche Winde angesagt und so konnten wir den Mittwoch nicht in Kühlungsborn verstreichen lassen. Also auf nach Fehmarn war gegen Mittag nach einer kurzen Runde durch den Ort das Motto. Die 30 sm liefen wir bei schwächelndem Wind  teilweise unter Maschine, bis sich ein herrlicher SE Wind aufmachte und uns regelrecht an der Insel vorbei trieb. Petrus hatte uns ein Geschenk gemacht. SE 4, an der Fehmarnsundbrücke stand fest wir segeln weiter. Nochmal gut 30 sm und wir sind in Kiel. Auf auf Kameraden! Den großenYachthafen von Strande mit 400 Plätzen (Vorort von Kiel) erreichten wir gegen 23.30 Uhr. Nach einigem Suchen fanden wir in der Dunkelheit dann auch noch den letzten freien Platz. Kein Joke, die anderen 399 Plätze waren tatsächlich belegt. Unser Platz hatte zwar ein rotes Schild aber nachts interessiert das wohl niemanden.
Am Donnerstag war erstmal Motorpflege angesagt. Das hakelnde Getriebe machte mir mehr und mehr Sorgen. Herr Bußmann, ein sehr hilfsbereiter  Fachmann einer Wedeler Volvowerkstatt half mir telefonisch weiter und ich konnte das Problem teilweise beheben.
Nachmittags, wir kamen gerade vom Mittagessen und hatte anschließend den Olympiahafen in Kiel Schilksee besucht, meldete sich der aufgeregte Eigner unserer Box und wollte diese sogleich wieder beziehen. Das hieß für uns also ablegen und wo wir nun schonmal unterwegs waren segelten wir noch schnell die 6 sm nach Kiel Holtenau um uns in den Schleusenhafen des Nord-Ostseekanals zu legen. Dort warteten allerdings schon rund 15 bis 20 Großsegler auf ihren Einsatz zur Kieler Woche. Wir gingen kurzerhand längseits an einen dieser schönen Riesen.
Brunsbüttel, 20.6.2009
Am Freitag heuerte Faki fürs Wochenende an und begleitete uns durch den NOK. Eine zusätzliche Hand beim Schleusen und Anlegen war mir mehr als willkommen! Außerdem war es schön ihn noch mal vor dem Urlaub im Juli zu sehen.
Nachmittags legten wir in Rendsburg an und machten uns auf zur kurzen Stadtbesichtigung. Ohne Probleme kamen wir am Samstag nach Brunsbüttel, Heinzi und Tommi trafen kurz nach uns ein.  Es steht wiedermal ein Crewwechsel an und es gibt ein ziemliches Gewusel an Bord. Mit den beiden geht es ab morgen auf der Nordsee Richtung Westen!