Bericht 8

24.7.2009

La Coruna, Spanien

Seit letzter Woche Freitag ist unsere Familiencrew nun komplett. Der Arbeits- und Flugstress hat sich bei den Dreien gelegt und wir sind ein kleines Stück weiter gekommen.
Am Samstag den 18.7. haben wir Ribadeo fluchtartig verlassen, nach dem klar war, dass der Partylärm vom Freitag noch das ganze Wochenende anhalten würde. Es wurde die Heilige Carmen verehrt, die Schutzpatronin aller Seeleute. Die Fiesta del Carmen begann am Freitag und es wurde direkt am Hafen bis Samstag früh um 5 Uhr bei lautester Lifemusik getanzt. Eigentlich ganz nett, aber meine Crew war halt eh noch angeschlagen. Als Feuerwerk kamen dann auch Kanonenschläge zum Einsatz die an 2m langen Stöcken hoch in den Himmel geschossen wurden. Herunter kamen dann im wahrsten Sinne des Wortes „Segellatten“
Beim Auslaufen aus Ribadeo kam dann auch noch die große Prozession auf dem Wasser, an der alle örtlichen Boote teilnehmen, auf uns zu. Das war natürlich nicht uninteressant.
Kurze Zwischenstops legten wir in Vivero und Cedeira ein. Man liegt hier sehr geschützt vor Anker. Die Crew meiner Reise von vor 9 Jahren wird sich noch gut dran erinnern.
Am letzten Montag ging’s dann nach La Coruna und wir genießen die Annehmlichkeiten einer neuen (2009 eröffneten) Marina. 3 Tage zahlen und 6 Tage bleiben ist dann auch preislich sehr verlockend. Tja und dann hat es hier doch tatsächlich 1 ½ Tage fast durchgängig geregnet, das war für die Spanier eine Katastrophe für uns und vor allem für die Engländer war es wohl eher normal. Neben Engländern liegen hier übrigens auch Holländer, Franzosen, Schweden, Iren und kurzzeitig auch ein Litauer und ein Pole.  Wir sind also international.
Den Regentag habe ich mit der Lecksuche in unserem Wassertank verbracht. Falki hat tatkräftig geholfen. Heinzi, ich hab das Leck nach 8 Stunden systematischer Suche tatsächlich gefunden. Kreisrund ca. 3mm Durchmesser und etwa 3 cm unter der Oberkante. Es war an der einzigen Stelle die seitlich nicht einlaminiert war, versteckt unter den Einbauten. Die Reparatur war dann in 30 min erledigt.
Zur Belohnung ging es dann gestern nach Santiago de Compostela, dem Ziel der Pilger auf dem Jakobsweg. Ich finde ein Muss auch für Heiden wie uns. Wir sind hinzu mit dem Bus und zurück mit der noch bequemeren Bahn „gepilgert“. Naja die Segler habens halt nicht so mit dem laufen. Aber so wie die richtigen Pilger haben wir auch die Figur des heiligen Jakob in der  Kathedrale gestreichelt und ein Licht angezündet.
Hier in La Coruna „tobt“ seit 2 tagen das Mittelalterfest in der Altstadt. Julius ist kaum wegzubekommen von den Ständen mit den alten Schwertern und Bögen. Heute gings noch zum Herkulesturm. Der wurde vor rd. 2000 Jahren von den Römern gebaut und ist Ende des 18. Jhd komplett restauriert wurden.
Tommy und Heinzi, ich habe die Aorai vorhin gesprochen, sie sind nach 5  langen Tagen Überfahrt von Morgat aus in Lastres vor Anker gegangen.  Die beiden waren ziemlich k.o. haben wohl auch einiges an Wasser in die vorderen Schwimmerbereiche rein bekommen. Die Luken waren undicht. Aber ansonsten sind sie wohlauf und erholen sich jetzt erstmal.

Bei uns geht’s morgen weiter Richtung Kap Finisterre, damit verabschieden wir uns jetzt endgültig von der Biskaya und hoffen uns bald in den „Portugiesischen  Norder“ (Nordwind vor der Küste Portugals) einklinken zu können.

 

Es grüßt euch die Crew der Taras

PS: lasst mal was von euch hören, per Mail oder im Gästebuch!