Bericht 9

2. August 2009

Leixoes, Nähe Porto, Portugal

Vor etwa 5 Stunden haben wir die Seegrenze  zwischen Spanien und Portugal passiert. Der die feierliche Zeremonie des Gastflaggenwechsels wurde von Falk und Julius zelebriert.

Vorher ging es aber noch entlang der Costa da Morte, der spanischen Todesküste, zu dem Kap das schon vor über 2000 Jahren den Namen das Ende der Welt- Kap Finisterre- erhielt. Schon die Römer vermuteten hier das Ende der ihnen bekannten Welt.
Ganz so dramatisch war das alles zum Glück nicht, wir hatten kaum Wind  und sind einen Teil der Strecke gemotort. Erst kurz vor dem Kap wurde es windig und wir konnten unter Vollzeug die Landmarke runden.  Der  weltbekannte Ort Finisterre hat lediglich eine Mole die von den Fischern benutzt wird und so ankerten wir hinter dem Wellenbrecher, landeten mit unserem Schlauchboot an und wanderten  die rund 3,5 km zum Kap und zum Leuchtturm. Hier am Kap befindet sich auch das wahre Ende des Jakobsweges, auch wenn er offiziell in Santiago de Compostela zu Ende ist und dort auch die Urkunden ausgegeben werden. Die Fundis unter den Pilger lassen sich die restlichen Kilometer aber nicht nehmen und pilgern ihn bis zum wahren Ende. Denn nur hier am Leuchtturm kann der Pilger seine getragene Kleidung verbrennen und so seine weltlichen Sorgen mit ihr.
Wir durften einem solchen Ritual beiwohnen und sehen wie schwierig es ist an dem windigen Ort ein T-shirt mit einem Feuerzeug in Brand zu setzen. Den Pilgern sei an dieser Stelle empfohlen ein Stückchen Kohlenanzünder oder wenigstens ein Sturmfeuerzeug mitzunehmen.
Der Leuchtturm und der Felsen davor sind natürlich die Besuchermagneten  der Region, die Aussicht von dort ist aber auch wirklich fantastisch. Fliegende Händler verkaufen einem hier so ziemlich alles was man noch nie brauchte, gekauft wird es trotzdem.
Zurück in Finisterre besuchen wir noch das kleine Castello de San Carlos am Hafen in dem heute ein kleines Fischereimuseum untergebracht ist. Der Seniore am Eingang drängt uns förmlich in sein kleines  Museum und für einen Euro Pro Person erzählt er uns mit Begeisterung vom Leben und Arbeiten der hiesigen Fischer in längst vergangenen Zeiten. Die wichtigsten Fachbegriffe hatte er in Englisch und Deutsch parat, so dass die Führung wirklich interessant war.
Weiter gings in die Ria de Muros. Die Spanische Atlantikküste ist vor allem wegen dieser tiefen Buchten in denen man geschützt vor dem Atlantischen Schwell ankern kann, beliebt.  Vor dem Fischerort Muros gönnen wir uns  2 ruhige Tage und Nächte vor Anker. Der Wind kommt nun ohnehin aus Südwest und so drängt nicht mal der Skipper zur Weiterfahrt.
Wir besichtigen die Reste der alten Gezeitenmühlen, denn mit den Gezeiten war hier wohl sicherer zu rechnen als mit Wind um das Korn zu mahlen.
In einem Restaurant gegenüber der Ankerbucht gönnen wir uns Bier, Kaffee und Cola. Der Wirt bringt auch gleich ein paar Kostproben aus seiner Küche dazu. Als wir zahlen wollen bringt er weitere Köstlichkeiten und wir bestellen noch eine Runde Getränke dazu. Zum Schluss zahlen wir sage und schreibe 10 Euro für alles und finden Spanien immer besser. Wir nehmen uns vor hier zum Abend zu essen. Ein dickes Regengebiet verhindert leider unser Vorhaben. Kurz entschlossen kaufen wir im Regen auf dem Markt einen frischen Oktopus  und freuen uns auf ein exklusives Abendessen an Bord. Die Marktfrau versicherte, dass das Tier bereits verprügelt wurde und also nur noch zubereitet werden muss. Wird der Oktopus nach seinem Dahinscheiden nämlich nicht geschlagen entwickelt er sich beim kochen zum echten Gummitier. Genau das tat der unsrige und wir durften ihn nach rund 2 ½ Stunden Zubereitungszeit feierlich seinem Element übergeben. Zu deutsch, die Bordfrau schmiss ihn frustriert über Bord.  Damit war erstmal Schluss mit Okti und es gab gegen 22.30 Uhr Reis und Gemüse.  Zum Glück war der erste Gang wirklich edel, es gab Shrimps-curry mit frischem Ingwer, köstlich. 
Die Frage die sich uns nun stellt ist, muss ein bereits toter Oktopus, der auf dem Markt gekauft wird noch mal geschlagen werden oder gibt es hier irgendwo Oktopuszartmacher zu kaufen.  Ich hoffe wir werden es im Laufe unserer Reise noch herausfinden.
Nach einem Stopover auf der Isla de Onse, das ist so eine Art Hiddensee in klein, ging es weiter nach Bayona unserer letzten Station in Spanien. Und wieder hatten wir eine 6 getrudelt es war Freitag und es begann hier der Bayona-Tag.  Auf der Promenade wurde ein großer Rummelplatz aufgebaut und aus der Altstadt wurde Livemusik geliefert.  Um 24 Uhr gab es ein Feuerwerk  erster  Güte. Für 25 min bebte die Luft. Da es direkt am Yachthafen gezündet wurde, saßen wir  in der ersten Reihe. Zum Glück stand der Wind günstig, sonst hätten wir uns wohl Sorgen ums Boot machen müssen. Die Abschlussböller waren so gewaltig, das die Umgebung regelrecht erzitterte. So ein Feuerwerk hatten wir nicht mal in Berlin zum Jahreswechsel erlebt.
Tja und dann ging es gestern also nach Portugal. Zuerst sollten es nur 30 sm sein. Dann bließ es aber kräftig aus Nord und wir rauschten mit bis zu 8 kn Fahrt bis nach Leixeos. Das ist ein Vorort von Porto. Wir warfen vor dem Yachthafen den Anker und gingen erst am morgen darauf in die Marina. Die Besichtigung der Stadt ist von hier aus mit der Metro möglich.

3.8.2009
Vorhin sind wir von unserem Ausflug von Porto zurückgekommen. Die Stadt ist wirklich beeindruckend. Nicht nur die vielen alten Kirchen sind sehenswert, vor allem die wirklich alte Altstadt mit ihren schmalen Gassen und an den Fluss Douro  geschmiegten mehrgeschossigen Häusern begeisterten uns sehr. Nach 5 Stunden  Sightseeing  ging es mit der Metro zurück zum Hafen.
Morgen soll es weiter Richtung Lissabon gehen.

Wir hören von einander.

Eure Taras-Crew