Bericht 17

Sonntag 25. Oktober 2009

Corralejo, Fuerteventura, Kanarische Inseln

Schwups, da waren wieder 2 Wochen unseres freien Jahres um. Die Tage vergehen hier leider viel zu schnell. Da wir das erste Mal auf den Kanarischen Inseln sind, wird es hier natürlich auch nicht langweilig. Auf der anderen Seite halten mich aber auch diverse Reparaturarbeiten und Katrin diverse Reinigungsarbeiten auf Trapp.
Von La Graciosa ging es erstmal 20 sm weiter nach Arrecife auf Lanzarote. Vorher schleppten wir erstmal Tom und Susi mit ihrer Aorai  gegen den Wind aus der Estrecho del Rio. Ihre beiden Außenborder hatten wieder Mal den Geist aufgegeben und kreuzen bei leichtem Gegenwind und Gegenströmung von 2  kn hätte kaum Erfolg gehabt.  Leider ließ bei der Motorfahrt der Ladestrom der Lichtmaschine zu wünschen übrig, ein Problem das alsbald einer Lösung bedurfte.
Im Hafen Poerto Naos konnten wir gut ankern und auch das Schiff für einen Tag allein lassen. Wir mieteten uns ein Auto und fuhren zu fünft über die Insel. Zuerst ging es natürlich zu den Montanas del Fuego, den Feuerbergen. Mit einem Bus wurden wir durch den gesamten Nationalpark „Timanfaya“ gefahren und konnten die vulkanische Mondlandschaft ansehen. Da die Berge die Hauptatraktion der Insel sind, sind sie leider auch mit Massen an Touristen vollgestopft. Der Feuerberg ist wenige Zentimeter unter der Oberfläche noch ziemlich heiß (ca. 400 Grad C) und die ansässige Gaststätte grillt seit Jahren ihre Hähnchenschenkel direkt auf der Vulkanhitze. Ansonsten wird diese Erdwärme für diverse Showeinlagen für die Touris genutzt. Wir besuchten später noch die alte Hauptstadt Teguise und den Monte Corona von dem man einen tollen Ausblick auf La Graciosa hat.
Zurück in Arrecife fing dann doch die Arbeit an zu drängeln. Tom musste sich um seine Außenborder kümmern und ich mich um die Lichtmaschine. Zum Glück hatte ich in weiser Voraussicht noch in Deutschland ein neues Teil gekauft. Es mussten nur die alte Riemenscheibe und die Verteilerdiode angebaut werden. Nachdem alles fertig montiert war, war die Ladeleistung der Lichtmaschine gleich Null und das obwohl der Hochleistungsregler volle Ladeleistung signalisierte! Na fein, dann lag das Problem wohl doch wo anders. Zunächst flog der Sterling Hochleistungsregler raus. Das Ergebnis war danach leider nicht besser. Also weitersuchen. Jetzt flog die Verteilerdiode raus und siehe da die Lichtmaschine lieferte feinsten Strom. In Arrecife bekam ich zum Glück eine neue Diode und die neue 60 Ampere Lichtmaschine konnte zusammen mit dem wieder montierten Hochleistungsregler zeigen was in ihr steckt. Um fürs Kind noch ein wenig mehr Abwechslung ins „langweilige“ Seglerleben zu bringen, fuhren wir beide mit unseren Bordfahrrädern zum Aquapark. Das Badeparadies hat so ungefähr 10 verschiedene Wasserrutschen von „geht so“ bis „atemberaubend“. Nach 3 Stunden waren wir beide allerdings fix und fertig und es ging per Rad zurück zum Boot. Es war natürlich gerade Ebbe und wir mussten die Räder mühselig ins Schlauchboot verladen bevor die Sporteinlage  beendet war.
Weiter ging es für uns ein paar Tage später zum Süden Lanzarotes. Eigentlich wollten wir uns noch ein wenig an den Papageienstrand vor Anker legen um zu Schnorcheln. Von Weitem war schon zu sehen, dass die Bucht bis auf ein Boot leer war und wir segelten erstmal hinein. Kurz darauf war klar, warum hier kaum einer liegt. Der Schwell von etwa 3m Höhe war in der Bucht noch gut spürbar. Also weiter  Richtung Fuerteventura zur Isla de Lobos, einer kleinen Insel im Norden von Fuerte. Hier fanden wir einigermaßen Schutz vor dem vom Nordwesten kommendem Schwell. Die Nacht war dennoch recht unruhig und wir rollten vor Anker teilweise recht heftig. Am Tag darauf ging es trotzdem auf zum Inselrundgang. Die Insel ist ein Vogelschutzgebiet und Autos gibt es nicht. Bis auf ein paar Steinhütten ist die Insel natur belassen und wir nahmen uns 3 Stunden Zeit um die Insel einmal zu umrunden. Leider hatte das Inselrestaurant geschlossen. Auch zum Schnorcheln fanden wir noch einen wirklich schönen Strand und so hatte sich der Abstecher trotz der unruhigen Nacht doch gelohnt. Eine weitere Nacht vor der Insel wollten wir uns dann doch nicht antun und so ging es das kurze Stück nach Corralejo auf Fuerteventura. Der Hafenkapitän verlangte auch nur 9 Euro pro Nacht und wir zahlten gleich für 3 Tage. Die Autovermietung fanden auch gleich am Hafen und so mieteten wir für preiswerte 32 Euro einen Opel Astra für einen Tag.  Gestern düsten wir damit kreuz und quer über die Insel. Es ging bis in den Süden, dort wo man die kilometerlangen weißen Sandstrände findet. Auf dem Weg dorthin ging es noch ins Landesinnere nach Tefia um ein Museumsdorf zu besuchen. Hier wurden liebevoll die alten Bauernhöfe aus Vulkangestein wieder aufgebaut und original eingerichtet. Auch die Werkstätten aus dem 19. Jhd. wurden wieder installiert und man kann den Korbflechtern, Steinhauern, Webern und Töpfern bei der Arbeit zusehen.
Heute Nacht wurden wir gegen 2 Uhr dann wieder von einem Poltern an Deck wach, dann waren kleine Trippelschritte zu hören und ich ging nachschauen. Eine Möwe hatte sich wohl verflogen und war unsanft auf unserem Deck, genauer gesagt auf dem halb geöffneten Salonluk gelandet, welches mit einem dumpfen Knall zufiel. Das Tier kam mir irgendwie bekannt vor, vor 2 Nächten hatte sie uns schon mal auf diese Art geweckt. Da war sie auf dem Heck gelandet und tippelte direkt übers Schlafzimmer.

Heute (am Sonntag) werden wir noch einen Großeinkauf starten, denn der Supermarkt liegt direkt am Hafen und wir können mit dem Einkaufswagen bis ans Schiff fahren.

Von hier aus soll es in den nächsten Tagen die rund 100 sm nach Grand Canaria gehen. Na mal sehen ob wir dort irgendwo einen Platz bekommen. Las Palmas wird wegen der ARC (Atlantic Rallye for Cruisers) wohl voll sein.

Übrigens wird hier im deutschen Inselradio immer das aktuelle Wetter in Deutschland angesagt. Wir bedauern euch wirklich!!!

 

Seid lieb gegrüßt von der Taras-Crew