Bericht 21

Sonntag, den 10. Januar 2010

Clifton, Union Island, Caribic

So, nun gönne ich mir doch die Zeit um wieder mal ein bisschen was aufzuschreiben. Die karibische Lebensweise hat sich bei uns scheinbar noch nicht entwickelt, aber wir arbeiten dran.
Barbados war wie ihr wisst unsere erste Insel in der Karibik. Für Yachtis ist es allerdings kein sehr guter Spot. Die Ankerplätze sind sehr schwellig und geschützte Buchten sind nicht vorhanden. Auch das bunkern von Wasser, Diesel und Verpflegung gestaltet sich dementsprechend schwierig. Unsere Wäsche haben wir dort in einer modernen Wäscherei waschen lassen. Selfservice sind nicht vorhanden. Für die 75 Euro was selbiges gekostet hat, hätten wir dann wohl auch einen guten Teil davon neu kaufen können. Aber wir lernen dazu.
Nach dem Christine, Franks Frau an Bord war, sind wir auch einen Tag später Richtung Tobago aufgebrochen. Die 140 sm waren eigentlich gut in 24h zu schaffen. Nur hat uns ein wirklich kräftiger Gegenstrom von 2 bis 3 kn zu schaffen gemacht, so dass wir am 30.12.09 erst gegen 17 Uhr in Scabourgh, der Hauptstadt von Tobago eingetroffen sind. Um keine Overtime-Gebühren zu zahlen haben wir dann erst am Tag darauf einklariert. Diese Gebühren fallen am Wochenende und nach 16 Uhr an Werktagen. Meist gerät man auch in diese Gebührenfalle, wenn man so gegen 15 Uhr bei der Immigration erscheint. Mann ist dann mit ziemlicher Sicherheit erst gegen 16:03 Uhr an der Reihe.
Silvester haben wir recht beschaulich am Pigeon Point, das ist an der SW-Seite der Insel, gefeiert. Wir lagen dort mit einer anderen deutschen Yacht vor Anker und haben es uns auf der 46 Fuss Benetau von Henning gemütlich gemacht. Die Kulisse vor der wir lagen war schon beeindruckend. Pelikane flogen ums Schiff und an and war das typische Postkartenidyll, nämlich Palmen und weißer Strand zu erkennen.
Kurz entschlossen ging es später noch mit dem Leihwagen über die Insel, wobei Frank seine Fahrkünste im Linksverkehr zur Anwendung bringen durfte. Irgendwie standen uns allen hin und wieder einige Schweißperlen auf der Stirn. Tobago ist grün wie der Regenwald selbst. Das Auto nutzen wir am nächsten Tag gleich noch zum ausklarieren. Wir müssen dazu nämlich wieder zurück nach Scabourgh......
Bevor es weiter geht muss ich noch in den Mast. Das Kutterstag hat sich verabschiedet. Es war das einzige Stag was ich nicht erneuert hatte, weil es ja kaum gebraucht war. Auch auf der Überfahrt war es nicht im Einsatz, trotzdem waren jetzt die Hälfte der Drähte am oberen T-Terminal gebrochen.
Am 4. Januar verlassen wir Tobago schon wieder um nach Grenada zu laufen. Es sind 75 sm und wir müssen 83 sm segeln um anzukommen. Also wieder mal Gegenstrom, wenn auch nur wenig. Die Prickly Bay erreichen wir gegen morgens um 1 Uhr und schleichen uns langsam und vorsichtig in die Bucht. Da es hier nur 12 h hell und eben so lange dunkel ist, gab es nur die die Option im dunkeln los zu fahren, oder im dunkeln anzukommen. Ich wählte letztere, ich wollte einfach nicht in der Nähe von Trinidad nachts unterwegs sein. Auf der Anchorage in Tobago erzählt mir dann auch ein deutsches Aussteigerpaar, dass ja in der letzten Woche hier ganz in der Nähe eine Yacht ausgeraubt wurde. Sogar die Kleidung wurde mitgenommen. Naja, das muss man nicht haben.
In Grenada heißt es wieder Einklarieren, neue Währung besorgen und natürlich nachsehen, wann in der Hafenbar happy hour ist. Dann sind die Carib-beers nämlich nur halb so teuer.
Jetzt müssen wir übrigens mit East-Carribean Dollar bezahlen. Vorher waren es Tobago-Dollar und davor Barbados-Dollar.  
Hier treffen wir endlich unsere Freunde von der Nebulae wieder, nicht nur wir auch Julius freut sich seine Freunde Ivo und Iris  wieder zu treffen. Wir wollen jetzt gemeinsam möglichst langsam Richtung Norden tingeln.   

In der Prickly Bay finde ich einen Rigger und versuche ein neues Kutterstag pressen zu lassen. Terminals für Selden-Masten sind hier allerdings unbekannt und so wird es hier nichts mit dem neuen Stag. Ich nehme wieder mal Kontakt mit Sören auf. Er soll passende Terminals an Falk senden, die er am 23.1. mit in die Karibik nehmen soll. Ohne meinen deutschen Support wäre ich auf der Reise schon öfter mal ganz schön aufgeschmissen gewesen.  Danke noch mal.

Auf Grenada gönnen wir uns noch einen kurzen Ausflug mit dem Sammeltaxi zu einem Wasserfall und in die üppigen Wälder. Auf einem kurzen Stopp bei einem Gewürzhändler erfahren wir einiges darüber wie Kakao, Muskat, Zimt, Vanille usw. aufbereitet werden.

Weiter geht es schon wieder am 7.1. nach Carriacou, der nördlichsten zum Staat Gernada gehörenden Insel. Hier muss wieder ausklariert werden. Die 35 sm müssen wir gegen Strom und Wind aufkreuzen, es wird ein hartes Stück. Jetzt wird auch allen klar, das wir in den wenigen verbleibenden Tagen nicht bis St. Lucia oder Martinique kommen können. Frank und Tine müssen sich von St. Vincent aus einen Inselhopper buchen, der Sie zu ihrem Flieger nach Martinique bringt.
Bei Ausklarieren treffen wir Gerald und Tina von der TinaTi. Sie sind auf dem Weg nach Süden und mit der ARC rüber gesegelt. Wir verabreden zusammen mit ihnen und der Nebulae ein Barbecue auf der Postkarteninsel Sandy Island. Es wir trotz heftigen Windes ein sehr lustiger Abend. Um uns herum laufen viele ziemlich große Einsiedlerkrebse  und freuen sich über unsere Fleischreste die wir ihnen zuwerfen. Die Kinder spielen gleich Zoo und die Krebse werden für einige Stunden interniert. Auf der Anchorage weht es auch nachts noch mit 6 Bf und so werden wir alle mächtig nass auf der Rückfahrt.
Morgens gegen 7 Uhr fallen Böen von 7-8 Bf über uns her ich gehe an Deck um nach dem Rechten zu schauen. Neben uns liegt die Nebulae vor Anker. Plötzlich legt sie sich in einer Bö zur Seite und der Anker wird aus dem Grund gebrochen. Sie treibt mit ziemlich flott auf die TinaTi und das dahinter liegende Korallenriff zu. Es ist niemand an Deck zu sehen.  Ich flitze unter Deck und greife mir das Presslufthorn um Alarm zu schlagen. Kurz danach erschein John an Deck, startet den Motor und schafft es buchstäblich im letzten Moment die Kollision mit der TinaTi zu verhindern. Auch wir gehen später Anker auf und verholen uns auf die Leeseite der Insel Carriacou.

Am Tag darauf kreuzen wir nach Union Island auf. Wir liefern uns eine Regatta mit der Nebulae. Immerhin handelt es sich hierbei um eine Bavaria 42 und wir gewinnen und das sogar nach gesegelter Zeit. Allerdings habe ich mit Frank auch einen Regattaprofi an Bord und John von der Nebulae ist noch nie im Leben um die Wette gesegelt. Es hat uns aber allen (jedenfalls den Männern) ziemlich viel Spaß gemacht und abends gehen wir gemeinsam essen. Wir bestellen Lambi und denken es ist Fleisch. Bekommen tun wir Fleisch von der Conch-Schnecken, es schmeckt ähnlich wie Oktopus und wir finden es sehr lecker. Später landen wir noch in einer echt karibische Bar mit Gitarrenmusik und können unsere müden Tanzbeine schwingen. Frank tanzt barfuss, während ein Straßenhund anfängt seine Schuhe zu fressen. Er kann sie aber noch retten.

Unsere nächste Meldung wird bestimmt nicht mehr so lange auf sich warten lassen, versprochen!

Es grüßt euch eure

Taras-Crew

PS: Für die Bezeichnung der Bilder fehlt wieder mal die Zeit, aber ihr seht vor allem Tobago und das kleine Sandy-Island ist auch gut zu erkennen.