Bericht 26

Freitag, den 12. März 2010
St. Maarten, Leewards, Karibik

Erst einmal wünschen wir unserer Ruth, Mama und Oma alles Gute zum Geburtstag. Feier schön am Gardasee und genieße die ersten Sonnenstrahlen. Wir freuen uns schon auf deinen Besuch bei uns.

Heute nun verlassen wir Sint Maarten. Eigentlich verlassen wir Saint Martin, so heißt die Insel nämlich auf der französischen Seite, auf der wir auch einklariert haben. Heute Abend gehen wir Anker auf um die nächsten Wochen auf den BVI (British Virgin Islands) zu verbringen.

Die ersten 4 Tage hier auf der Insel waren geprägt von der 30. Ausgabe der Heinekenregatta. Die Partys waren an jedem Abend an einem anderen Ort und so lernten wir die Insel eigentlich beim Feiern kennen. Es spielten viele Karibische Bands und natürlich floss das Heineken in Strömen. Am Start war u.a. auch eine Hanse 630, geskippert von Herrn Michael Schmidt persönlich. Allerdings trat das Boot nur bei den ersten zwei von insgesamt 5 Wettfahrten an und landete hier im Mittelfeld.  Auch lernten wir eine Deutsche Regattacrew kennen, die sehr ambitioniert auf ihrer gecharterten Oceanis 52 segelten. Die Jungs vom Möhnesee ließen die vor allem holländisch dominierte Konkurrenz hinter sich  und landeten am Ende in ihrer Gruppe auf dem Siegertreppchen ganz oben. Wir spielten natürlich lautstark den deutschen Fanclub und jubelten und fotografierten was das Zeug hielt. Wir wünschen der Crew vom YC Wamel-Möhne auch weiterhin solch tolle Regattaerfolge, nicht nur auf Sint Maarten.

Neben dem vielen Feiern ist die Insel aber auch ideal, um sich ums Schiff zu kümmern. Wir fuhren gleich am 2.Tag in die Simsons Bay Lagoon ein und liegen hier wie auf einem kleinen Binnensee. Ganz in der Nähe gibt es große Yachtausrüster und einige Werften. Da unser Unterwasserschiff wohl doch einen neuen Antifouling-Anstrich braucht,  habe ich hier schon einige Angebote eingeholt und die Farbe besorgt. Die Preise bei den Ausrüstern sind vergleichbar zu unseren in Deutschland. Die Werftpreise zum Kranen sind allerdings um einiges höher.
Fürs Erste bin ich den Algen und Seepocken am Unterwasserschiff mit einem breiten Plastikspachtel zu Leibe gerückt. Nach 2 Stunden im Tauchgang waren die meisten Algenfelder entfernt, lange wird es allerdings nicht dauern bis die lebenden Kulturen sich wieder festgesetzt haben. Auch die Tankanzeige samt Geber vom Dieseltank mussten ersetzt werden, laut Anzeige wollte der Tank nämlich nicht mehr leer werden. Zum Glück fand ich passende Teile bei Budget-Marine. Der alte mechanische Geber war nach nunmehr 25 Jahren im Einsatz irreparabel verschlissen. Katrin reinigte unter dessen das noch mit Asche beschichtete Deck (der Montserrat lässt grüßen) und begann danach die Außenhaut aufzuarbeiten. 
Gestern gönnten wir uns noch einen Ausflug zur berühmten Maho Bay. Am dortigen Strand beginnt die Landebahn des internationalen Flughafens von Sint Maarten. Wenn die großen Jumbos nach Europa hier starten, zieht für einige Sekunden ein Sandsturm über den Strand, der die „Düsenfans“ von den Füssen haut. Julius und ich haben einen Start in Badehose miterlebt. Ungefähr ab Windstärke 10 flüchteten wir ins Wasser, da sich der Sand auf der Haut wie tausende Nadelstiche anfühlte. Die ankommenden Maschinen fliegen so etwa 30m über unseren Köpfen hinweg um kurz hinter dem Zaun aufzusetzen. Ein tolles Schauspiel!

Es grüßt euch eure

Taras-Crew