Bericht 38

Samstag, den 7. Juli 2010
Rostock, Deutschland

Nun sind wir –fast- zu Hause. Es fehlen noch lediglich 70 sm bis nach Greifswald und bevor uns dort die Hektik des zivilen Lebens einholt, hier noch ein paar Zeilen ganz in Ruhe von Bord der Taras aus.
Unsere Reise ab Thyborön in Dänemark bis nach Deutschland verlief sehr ruhig und entspannend. In Aalborg ist Falk aufgestiegen und begleitete uns bis nach Rostock.
Zunächst segelten wir nach Grenaa in Ostjütland, um dort auf besseres Wetter zu warten. Ein Sturmtief fegte über uns hinweg. Falk und Julius gönnten sich einen Tag im dortigen Kategattcenter. Es ist ähnlich dem Oceaneum in Stralsund und bei einem Regentag sehr zu empfehlen. Weiter ging es in  einer Tagesetappe zur Insel Samsö im großen Belt. Der idyllisch gelegene Hafen Ballen dort war proppevoll und wir lagen in einem Päckchen von 7 Booten. Einen Tag später herrschte komplette Flaute und wir machten kurz entschlossen eine Radtour über die Insel, sehr zu empfehlen übrigens.
Am 4. August kreuzten wir vor Heiligenhafen unseren Ausgangskurs vom 17. Juni 2009 und vollendeten damit unsere Atlantikschleife offiziell. Heiligenhafen war auch unser erster deutscher Hafen und damit ein Grund zum Feiern. Wir setzten die Gastlandflaggen der 20 von uns besuchten Länder in Europa, Afrika und Amerika. Außerdem musste ja ein wenig Proviant nachgebunkert werden für die bevorstehende Geburtstagsparty.  Letztere wurde dann zusammen mit einigen unserer Freunde in Warnemünde gefeiert. Hier läuft momentan die Hansesail und es macht wirklich Spaß, all die Großsegler hautnah mitzuerleben.

Unser Meilenzähler steht momentan auf 12.720 sm, das sind rund 24.000 km, eine ganz ansehnliche Strecke für ein Fahrzeug das mit durchschnittlich 10 bis 12 km/h unterwegs ist.
Aber genau diese Langsamkeit ist es wohl auch die einen Teil des Abenteuers ausgemacht hat. Trotzdem war es –jedenfalls für mich- niemals langweilig, auch nicht auf den langen Ozeanpassagen von z.T. mehreren Wochen.   Komischer Weise ist die Welt nach so einer Reise tatsächlich „etwas kleiner“ geworden. Es liegt wohl daran, dass die Länder jenseits des großen Teiches für uns und unser kleines, aber stolzes Schiff nun irgendwie erreichbar geworden sind.

Es war eine spannende und lehrreiche, aber manchmal auch eine sehr anstrengende Reise. Dies war mein Traum und ich durfte ihn zusammen mit meiner Familie leben. Für uns heißt es nun wieder in das zivile deutsche Leben zurückzukehren.

Für das gezeigte Interesse an unserer Reise möchten wir uns ebenso bedanken, wie für die vielfältige Unterstützung, die wir erfahren haben.  Vor allem das Thema Ersatzteilbeschaffung wäre ohne die Hilfe einiger Freunde in der Heimat sicherlich deutlich komplizierter ausgefallen. Auch bei meinen Mitseglern möchte ich mich bedanken, die sich meist ihren Jahresurlaub an Bein gebunden haben, um eine Überführungsfahrt der Taras mitzumachen.

Unseren Familien danken wir für das Verständnis, das sie aufbringen mussten. Zum Glück ist die lange Zeit der Trennung nun ja vorerst vorbei.

Schlussendlich möchte ich mich bei meinem Webmaster Marcus bedanken, ohne ihn würde diese Website gar nicht existieren und nur wenige von euch hätten hin und wieder mal eine Mail von uns bekommen.

Seid lieb gegrüßt von der
Taras-Crew